Leitfaden für Focusing Partnerschaften

Soll der Focusing Austausch beidseitig gelingen, gilt es ein paar Grundregeln  und die fürs Focusing vorausgesetzte innere Haltung (personzentriert)zu beachten.

Beziehungsraum

  • Vor Beginn gemeinsam die Zeitstruktur festlegen und einhalten. Was die Gewähr gibt, dass beide Personen zu gleichen Teilen ihre Zeit bekommen. Für die Zeitstruktur kann die Begleitperson zuständig sein. Sie kündigt z.B. 5-10 Minuten im Voraus den Schluss an.
  •  Den gemeinsamen Raum sichern, meint: mögliche Störungen (wie Handys , andere Leute die den Raum betreten) im Vornherein ausschalten. Gilt auch für Telefon- oder skype Austausch.  
  • Ist etwas in der Beziehung unklar, wird dies als ein Freiraum-Schritt zuerst angesprochen.  
  • Für eine Focusing Partnerschaft können die Grundkenntnisse und die Erfahrungen mit Focusing unterschiedlich sein. Denn jede Person ist voll für ihren eigenen Prozess zuständig.

 

Die focusierende Person

  • ... entscheidet, wie sie „Focusing macht“. Es gibt kein richtiges oder falsches Focusing.  
  • ... entscheidet, worüber sie focusiert und was davon sie inhaltlich preisgibt.
  • ... entscheidet, ob und warum sie den Prozess vor Ablauf der Zeit beenden möchte.   
  • ... hat sich weder zu erklären noch zu rechtfertigen oder zu entschuldigen für ihre eigenes Erleben während des Prozesses.
  • ... bittet bei Bedarf um Unterstützung, in Form von z.B. mehr offenen Fragen oder Zurücksagen. Sofern es für sie hilfreich ist, gibt sie zu Beginn bekannt, in welcher Form sie ihre Begleitung möchte oder was sie nicht möchte. Das entlastet auch die Begleitperson.

 

Die begleitende Person

  •  ... unterstützt den Prozessablauf, nicht den Inhalt. Es gilt nicht den Prozess irgendwohin zu steuern, ‚etwas herauszufinden‘ oder mit dem Gesagten ‚etwas zu machen‘. Sie ist für kein ‚Resultat‘ zuständig, kann hingegen die focusierende Person  aktiv mit dem ‚Jetzt‘ und mit dem ‚Fühlen‘ in Verbindung bringen helfen („wie ist es jetzt“, „wie fühlt sich das …  an“).
  • ... gibt zum Inhalt der focusierenden Person weder Ratschläge noch Kommentare, Deutungen etc. Noch beginnt sie nachträglich eine Diskussion über das Erlebte.
  •  ... übt sich in einem aufmerksamen, nicht wertenden, anteilnehmenden Dabeisein.
  •  ... prüft zwischendurch den eigenen Freiraum, den eigenen Felt Sense.
  • ... hört in erster Linie ‚mit dem ganzen Körper‘ zu, nimmt das Nonverbale am Prozess wahr. Wahrt die im Prozess entstehenden Pausen. Lädt zum Verweilen beim Unklaren ein.
  • ... sagt zuerst das aus dem Felt Sense Gesagte zurück (körperliche, emotionale und Empfindungsi nhalte, Symbole, etc. Keine äusseren Fakten)
  •  ... stellt zum Stärken des inneren Erlebens spärlich die offenen Fragen ‚wie ….‘, ‚was …..‘, ‚wo im ….‘.
  • ... leitet den Abschluss ein mit der Zeitankündigung. Eventuell mit der Frage ‚was braucht es noch …‘.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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